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Unser
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Fahrradfahren Wer den Berg von Stöfs nach Behrensdorf hinuntersaust, immer das blaue Meer vor Augen und schneller als die Kormorane am Großen Binnensee, kann darüber nur lachen. Wer jedoch den umgekehrten Weg gewählt hat, kommt früher oder später ins Schwitzen. Diese Höhenunterschiede, die unsere Landschaft so abwechslungsreich machen bis direkt an den Meeressaum, haben wir der Eiszeit zu verdanken. Sie türmte Hügelkamm um Hügelkamm auf, nichtsahnend, daß die Menschen die Erfindung des Rades einmal zu einem Doppeltretmobil abwandeln würden.
Und seien wir mal ehrlich: sind wir abends nicht auch mächtig stolz, wenn wir den inneren Schweinehund besiegten und trotz aller Ratschläge den nächsten Hügel hinaufgestrampelt sind? Immer werden wir durch einen imposanten Ausblick belohnt, und das Beste an der Küste: sie liegt ganz unten.
Fisch: Was Ihnen in den hiesigen Betrieben angeboten wird, unterscheidet sich in der Qualität naturgemäß von allen Exporten ins Binnenland, denn der Transportweg beträgt im Grunde nur wenige Meter: raus aus dem Wasser und rein in die Küche! Sie können sich Ihre Mahlzeit auch selbst besorgen, sei es in Alt-Hohwacht oder im Hafen Lippe, wo einheimische Fischer den Fang noch früh morgens anlanden und verkaufen, und natürlich können Sie auch angeln gehen. In den Häfen und auf dem Gut Helmstorf wird täglich frisch geräuchert, da gibt es dann fetten Aal, goldgelbe Forellen oder die berühmten Kieler Sprotten. Und zu Sylvester werden die Kletkamper Teiche abgelassen und die dicken Karpfen direkt angeboten. Probieren Sie doch mal den traditionellen Holsteiner Matjestopf in einer Sahnesauce mit Äpfeln, Zwiebeln, Wacholderbeeren und Senfsaat. Auch Ihre Kinder werden danach die Fischbriketts der Industrie mit anderen Augen sehen.
Zur Zeit wird kräftig am dritten Bauabschnitt gearbeitet, der Ende Juni vollendet sein soll. Er umfasst das Teilstück im Anschluss an die neue Promenade, von der „Himmelsleiter“ bis zur neuen Treppe mit einer Anbindung an die Hochwasserpromenade in Alt – Hohwacht. Geplant ist außerdem eine etwa 60 Quadratmeter große Aussichtsplattform am 13 Meter hohen Steilufer. Diese wird über die Kante der Steilküste hinaus reichen und einen Blick über die Hohwachter Bucht ermöglichen. Mit einem rollstuhlgerechten Weg in Serpentinen mit nur noch 4,3 % Steigung endet die Promenade dann in Alt – Hohwacht zwischen dem Strandhotel und Hotel Seelust. Frühgeschichte Wenn man sich heute unsere friedliche Landschaft so anschaut, ist kaum vorstellbar, welche Auseinandersetzungen hier um die Zeit der Völkerwanderung ab dem 5. Jahrhundert stattfanden. Germanische Stämme gaben ihren Siedlungsraum auf, um ihr Glück weiter südlich zu versuchen, slawische Stämme rückten nach, beide hinterließen uns ein dichtes Beieinander von slawischen, deutschen und später dänischen Ortsnamen. Das entstehende Völkergemisch nannte sich Wagrier, was soviel wie Buchtbewohner heißt nach dem altnordischen Wort vagr = Bucht. So heißt dieser Landstrich auch heute noch Wagrien. Sowohl mit den westlich siedelnden Sachsen, als auch den weiter nördlich ansässigen Dänen kam es immer wieder zu Spannungen. Die Dänen errichteten um 737 ihren Schutzwall, das Danewerk, gegen die kriegerischen Nachbarn. Zahlreiche befestigte Siedlungsorte zeugen noch heute von diesen unruhigen Zeiten. An der Hohwachter Bucht spielte die Kossau eine große Rolle bei der Inbesitznahme des Landes, konnten die flachen Küstenboote doch hier vom Fluß aus das Landesinnere erkunden. Man muß dabei bedenken, daß sich die urspüngliche Kossaumündung etwa dort befand, wo heute in Hohwacht die Strandesberghalle steht. Bevor diese Mündung durch den Strandwall abgeriegelt wurde und sich nach Lippe mit seinem Siel verlegte, diente die Kossau sowohl friedlichen Siedlern, als auch den Piraten der Störtebeker-Zeit immer wieder als Zuflucht vor schlechtem Wetter oder Versteck vor Verfolgern. Vor
langer, langer Zeit wird das gesamte Wagrien einmal dicht bewaldet und
fast menschenleer gewesen sein. Doch der fruchtbare Küstenstreifen hat
bereits Menschen der Steinzeit und dann der Bronzezeit dazu bewogen, hier
sesshaft zu werden. Die heute hier Lebenden wissen den guten Boden ebenso
zu schätzen wie die Reisenden die Schönheit der Landschaft. Und: der
Wald ist uns geblieben! |
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